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Kirche St.Gereon mit Küsterhäuschen
Kirche St. Gereon in Merheim mit Küsterhäuschen, 2007

Die Kirche St. Gereon

In Merheim steht schon seit über 1200 Jahren eine Kirche, wie die ein gemeisselten Stangenkreuze auf Bruchstücken fränkischer Grabsteine aus dem 7. oder 8. Jahrhundert, die man 1977/78 im Kirchhof gefunden hat, vermuten lassen. Die Kirche ist wahrscheinlich als Eigenkirche oder Kapelle des nahe gelegenen Fronhofes in fränkischer Zeit gegründet worden, denn mit dem Eigentum am Hof war seit jeher das Patronatsrecht über die Kirche verbunden.

Zum Kirchspiel Merheim gehörten die Dörfer Rath (bis 1833), Langenbrück, heute Brück (bis 1889), Thurn und Strunden, heute Dellbrück (bis 1898), sowie Wichheim, Schweinheim, Schnellweide und die Isenburg, heute Holweide (bis 1898), Höhenberg (bis 1918) und Ostheim (bis 1920). Haus Herl mit Kapelle gehört noch heute zur Merheimer Pfarre. Noch bis weit in das 19. Jahrhundert also sind die Menschen dort über die Kirchwege nach Merheim gegangen, um die Messe zu hören.

Die merowingische Kirche wurde zwischen dem 10. und 11. Jahrhundert von einer romanischen Kirche abgelöst. Die Kirche wurde im 12. Jahrhundert um Chor- und Seitenschiffe, sowie einen Turm erweitert.

Die Merheimer Bruderschaft der Schmerzen Mariens

St. Gereon war eine Wallfahrtsstätte zur Verehrung der »Sieben Schmerzen Mariens«. Das Fest wurde 1423 vom Kölner Erzbischof Dietrich II. eingeführt. Im südlichen Seitenschiff der Merheimer Kirche stand eine Marienfigur oder ein Marienbild der »Schmerzhaften Muttergottes«. Die ihr gewidmete Merheimer »Bruderschaft der Schmerzen Mariens« war sehr bedeutend. Es gehörten ihr der Magistrat und der Hohe Rat von Köln an, aber auch Päpstliche Nuntien, Erzbischöfe und viele Adlige, selbst Papst Urban VIII. wird als "Stifer und Gifter" erwähnt. Jährlich wurde am 3. Sonntag nach Ostern (später am 1. Sonntag im August) von der Herler Kapelle entlang der 1641 (neu?) errichten Stationen des Fußfalls, eine große Wallfahrt zum Gnadenbild in die Merheimer Kirche abgehalten. Fünf der sieben Fußfallstationen sind leider verloren gegangen.

Der Neubau 1820

1820 musste die alte romanische Kirche aus Altersgründen dem heutigen Bau weichen. Die Altäre sind vermutlich aus der Zeit zwischen 1600 und 1730, sind aber erst für die neue Kirche von St. Aposteln gekauft worden. Die zwölf Apostel wurden zwischen 1846 und 1849 von dem Bildhauer Stephan aus Holz geschnitzt. 1897 wurden die drei grossen Farbglasfenster eingebaut, vorher waren sie aus bemalter Leinwand.

Kirche mit abgedecktem Kirchturm
Entfernung des spitzen Turmes 1939/1940

Zuerst als Saalkirche gebaut, wurden 1907 nachträglich Säulen und Bögen eingebaut. 1917 mussten die Glocken von St. Gereon (darunter eine von 1262 und 1685) für "Heereszwecke" abgegeben werden. Die heutigen Glocken sind von 1961. 1939/40 musste der 1849 gebaute spitze Turm wegen des damaligen Fliegerhorstes Ostheim entfernt werden und der kurze stumpfe Turm von heute wurde errichtet. 1956/57 wurden die Rundsäulen in glatte verputzte Pfeiler umgewandelt, die Stuckdecke musste einer Kieferdecke weichen und die ganze Kirche wurde weiss gestrichen. 1995/97 musste die Kirche auch aufgrund des Erdbebens von 1992 renoviert werden. Dabei wurden auch die ursprünglichen Säulen und Kapitelle wieder hergestellt.

Die ländliche Idylle rund um die Kirche mit altem Baumbestand, den Wiesen und Weiden ist heute als geschützter Landschaftsbestandteil ausgewiesen:

Die Schutzausweisung umfaßt das Kirchen- und Pfarrhausgelände mit altem Baumbestand, den von einer teilweise bewachsenen Bruchsteinmauer umgebenen Friedhof sowie die Lindenallee und das extensiv genutzte Grünland südlich der Straße "Von-Eltz-Platz". Kirche, Friedhof und Pfarrtor stehen unter Denkmalschutz. Eine Stieleiche (Stammumfang 2,80 Meter) südwestlich des Pfarrhauses ist von besonderer Bedeutung innerhalb dieses auch kulturhistorisch bedeutsamen Ensembles.Die Schutzausweisung umfaßt das Kirchen- und Pfarrhausgelände mit altem Baumbestand, den von einer teilweise bewachsenen Bruchsteinmauer umgebenen Friedhof sowie die Lindenallee und das extensiv genutzte Grünland südlich der Straße "Von-Eltz-Platz". Kirche, Friedhof und Pfarrtor stehen unter Denkmalschutz. Eine Stieleiche (Stammumfang 2,80 Meter) südwestlich des Pfarrhauses ist von besonderer Bedeutung innerhalb dieses auch kulturhistorisch bedeutsamen Ensembles.
Liste der geschützten Landschaftsbestandteile in Köln (Abschnitt LB8.02)

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