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Eingang Kalker Friedhof

Der Kalker Friedhof

Nachdem der alte Kalker Friedhof an der Kapellenstraße für den rasanten Bevökerungszuwachs Ende des 19. Jahrhunderts keinen Platz mehr bot, versuchte die Stadt Kalk ein Gelände auf dem Höhenberg zu erwerben. Aber der preussischen Militärverwaltung lag das Grundstück zu nahe am Fort X. So wurde schliesslich der neue Kalker Friedhof aussergewöhnlich weit weg von der Stadt Kalk bei Merheim angelegt. Die Eröffnung war am 03.11.1904.

Statt wie damals üblich den Friedhof in Planquadraten anzulegen, entschied man sich für eine parkähnliche Gestaltung mit geschwungenen Wegen und Ruheplätzen mit Bänken. Der Friedhof sollte auch der Erholung der Bevölkerung dienen. Der Mittelpunkt der Anlage bildet traditionell ein Hochkreuz, hier aus rotem Granit. Ein zweiter Akzent ist im Osten ein Bassin mit Goldfischen und Seerosen gewesen (heute leider bepflanzt).

Schon Ende der 1920er Jahre musste der Friedhof nach Osten erweitert werden. 1956 wurde er nochmals nach Norden erweitert. Die Pläne Anfang der 1960er Jahre für eine weitere Ausdehnung nach Osten über den Kieskauler Weg hinaus waren sehr umstritten und wurden nicht verwirklicht. Dafür wurde 1965 eine kleinere Erweiterung im Norden umgesetzt. Der Friedhof erreichte dabei seine jetzige Grösse von 154.500m² und beherbergt 2020 um die 14.000 Grabstätten.

Dieses vorher landwirtschaftlich genutzte Land, ging den Bauern von Merheim, die schon durch den Exerzierplatz auf der Merheimer Heide viel Land eingebüsst hatten, verloren. Später siedelten sich am Kratzweg in der nähe des Eingangs Gärtnereien, Blumengeschäfte, Steinmetze und eine Gaststätte für Friedhofsbesucher und Trauergesellschaften an.

Eine der beeindruckensten Grabstätten auf dem Kalker Friedhof – direkt gegenüber dem Eingangstor – ist das Wandgrab von Joseph Bardenheuer, der das Grundstück für den Friedhof zur Verfügung stellte. Links vor dem Hochkreuz befindet sich die älteste Grabstätte des Kalker Friedhofs, das Ehrengrab des Kalker Bürgermeisters Aloys Thumb von 1900. Das berühmteste Grab ist wohl das des Lehrers Heinrich Welsch. Der spätere Rektor einer Hilfsschule engagierte sich stark für die Arbeiterkinder in Kalk. Berühmt wurde er durch das spätere Karnevalslied vom Lehrer Welsch und der "Steinahl Schull in d’r Kayjass Nummer Null".

Video: Kölner Friedhöfe – Der Kalker Friedhof, WDR Lokalzeit Köln, 5. August 2020

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